Der Rekordsieger hat den Pott zurückerobert: Der SC Neheim hat am Sonntag, den 28. Dezember, zum 15. Mal den Titel bei der Arnsberger Hallenstadtmeisterschaft gewonnen. Im torreichen Finale bezwang der Landesligist den A-Ligisten SG Herdringen/Müschede bei dessen bester Turnierleistung mit 5:3 (1:1). Ein starkes Turnier spielte auch A-Ligist SV Arnsberg 09, der das Spiel um Platz 3 gegen Titelverteidiger SV Hüsten 09 nach einem 0:2-Rückstand noch mit 3:2 gewann.
Ausverkauft meldete Ausrichter TuS Oeventrop, der mitsamt aller Helfer 970 Menschen in der Sporthalle Große Wiese zählte. Die bekamen einen spannenden Turniertag geboten, der alles zu bieten hatte, was ein prestigeträchtiges Hallenturnier ausmacht. Seiner Favoritenrolle in der Gruppe A wurde der SC Neheim gerecht. Der Landesligist startete mit einem von Torhüter Jannik Heppelmann herausgeschossenen 1:0-Erfolg gegen den A-Ligisten SV Arnsberg 09 ins Turnier und stand nach einem 2:1 gegen den A-Ligisten TuS Oeventrop schon mit einem Bein im Halbfinale. Endgültig perfekt war das souveräne Weiterkommen schließlich nach einem furiosen 6:0 gegen den A-Ligisten SV Bachum/Bergheim.
Rang 2 in der Gruppe A holte sich der SV Arnsberg 09, obwohl die Blau-Weißen mit einer knappen 0:1-Niederlage gegen Neheim gestartet waren. Ein packendes Duell mit dem SV Bachum/Bergheim entschieden die 09er aber mit 3:2 für sich und hatten so das Weiterkommen wieder in der eigenen Hand. Das tüteten die Regierungsstädter letztlich mit einem 4:1-Sieg gegen den TuS Oeventrop ein, der in der Endrunde punktlos blieb und so gemeinsam mit dem SV Bachum/Bergheim nach der Gruppenphase die Segel streichen musste. Letzterer hatte zwar das Auftaktspiel gegen Oeventrop mit 3:2 gewonnen, verpasste durch die folgenden beiden Niederlagen aber den Einzug in die K.O.-Runde.
Viel Brisanz war in der Gruppe B geboten, die A-Ligist SG Herdringen/Müschede etwas überraschend, aber ebenso verdient als Erster abschloss. Den FC Neheim-Erlenbruch fegte die Spielgemeinschaft mit 3:0 vom Feld und auch den Titelverteidiger aus Hüsten zwangen die Rot-Schwarzen mit der lautstarken Unterstützung ihrer Anhänger mit 4:2 in die Knie. So konnte sich das Team von Trainer Max Hartmann zum Abschluss auch ein 2:2 gegen den ansonsten sieglosen TuS Bruchhausen erlauben, um dennoch als Gruppensieger ins Halbfinale einzuziehen.
Spannung bis zur letzten Sekunde bot derweil der Kampf um Platz 2, der sich im letzten Gruppenspiel zwischen dem SV Hüsten 09 und dem FC Neheim-Erlenbruch entscheiden sollte. Beide Mannschaften hatten zuvor den TuS Bruchhausen jeweils mit 2:1 geschlagen, Hüsten reichte aufgrund der knapperen Niederlage gegen Herdringen/Müschede aber ein Unterschieden für das Weiterkommen. Die 09-Führung bog der FC aber schnell in eine 2:1-Führung um und stellte auch nach einem Traumtor von Hüstens Torwart Tarik Toptas noch einmal auf 3:2. Denis Rodrigues Gomes bewahrte den Titelverteidiger mit dem 3:3-Ausgleich in der letzten Minute aber vor dem Ausscheiden.
Damit kam es im Halbfinale zum Derby zwischen dem SC Neheim und dem SV Hüsten 09, das weit über die reguläre Spielzeit hinaus dauerte. Die Hüstener führten nach Toren von Gregor Krowczynski (4.), Maurice Eckel (5.) und Vincenzo Perri (7.) schon mit 3:0, gaben den Vorsprung in einer hektischen Schlussphase aber noch aus der Hand. Anas Boukidar (8.), Yatma Wade (10.) und Hakim Benalou (10.) retteten die Neheimer tatsächlich noch ins Neunmeterschießen, wo insgesamt sieben der zehn Schützen vergaben. Das bessere Ende hatte der SC für sich, der am Ende mit 5:4 die Oberhand behielt und scheinbar ins Finale einzog.
Allerdings gab es nach Spielende einen offiziellen Einspruch des SV Hüsten 09, da Yatma Wade seine erhaltene Zwei-Minuten-Zeitstrafe während der Partie nicht vollumfänglich abgesessen hatte und nach einem Gegentor das Neheimer Aufgebot selbst wieder vervollständigte. Folglich tagte das Schiedsgericht in Anwesenheit beider Vereine, ein Wiederholungsspiel stand im Raum. Auf das verzichteten die Hüstener nach einigen Minuten im stillen Kämmerlein aber letztlich, sodass es beim Sieg des SC Neheim blieb. Der erhielt dann wenig später die SG Herdringen/Müschede als Finalgegner, die sich im zweiten Halbfinale durch zwei späte Tore von Jonas Hüppner (9.) und Fabian Strotmeyer (10.) mit 2:0 gegen den SV Arnsberg 09 durchsetzen konnte.
Im Spiel um Platz 3 belohnte sich der SV Arnsberg 09 für ein starkes Turnier - und machte dabei sogar einen 0:2-Rückstand wett. Vincenzo Perri hatte die Hüstener mit einem Doppelschlag schon auf Kurs gebracht (3. und 4.), ehe Serhat Kurt die Partie schnell wieder spannend machte (5.). Als Cetin Kurt dann in der siebten Minute zum 2:2 traf, war für den A-Ligisten wieder alles möglich, dem in der letzten Minute dann auch noch das 3:2 durch Anis Sijaric gelang, womit die beste Platzierung der Arnsberger Vereinsgeschichte seit vielen Jahren perfekt war.
Die hatte zu diesem Zeitpunkt auch die SG Herdringen/Müschede schon sicher, die im Endspiel gegen den SC Neheim aber den ganz großen Wurf landen wollte. Und zunächst spielte der A-Ligist auch munter mit, glich die Neheimer Führungen durch Jannik Heppelmann (3.) und Noah Tolle (10.) durch einen Doppelpack von Maik Shilbayeh jeweils aus (5. und 12.). In der Schlussphase der Begegnung setzte sich aber doch die individuelle Klasse des Landesligisten durch, der durch einen Doppelschlag von Hakim Benalou (13.) und Noah Tolle (14.) auf 4:2 davonzog und mit dem 5:2 von Marvin Figueira Candido alles klar machte (16.). Der achte Turniertreffer des Torschützenkönigs Maik Shilbayeh wenige Sekunden vor dem Ende half dem Underdog nicht mehr weiter (16.).
"Als SC Neheim kann man bei diesem Turnier nur verlieren. Umso mehr nötigt es mir Respekt vor der Leistung meiner Mannschaft ab, die sich über beide Tage allen Widrigkeiten gestellt und das Finale auch verdient gewonnen hat. Den besten Fußball über das ganze Turnier hat aber sicherlich die SG Herdringen/Müschede gespielt, der ich für ihren Auftritt ebenfalls ein großes Kompliment aussprechen muss", sagte Neheims Trainer Kevin Hines nach seinem Debüt-Erfolg unter dem Arnsberger Hallendach, der sich bei der Siegerehrung auch über die Auszeichnung von Jannik Heppelmann als bester Torwart des Turniers freuen durfte. Als bester Spieler des Turniers wurde Herdringens Finn Holin geehrt.
Bericht: match-day.de
